Andacht August 2019

„Dennoch bleibe ich stets an dir; denn du hältst mich bei meiner rechten Hand, du leitest mich nach deinem Rat und nimmst mich am Ende in Ehren an. Wenn ich nur dich habe, so frage ich nichts nach Himmel und Erde. Wenn mir gleich Leib und Seele verschmachtet, so bist du doch, Gott, allezeit meines Herzens Trost und mein Teil.“ Psalm 73,23-26

Liebe Geschwister, liebe Freunde!

Wie lange ist es schon her, dass wir Laufen lernten? Unsere Hände waren damals klein und suchten nach Halt. Feststehende Gegenstände waren uns sehr willkommen. Aber auch der kräftigen, sicheren Hand eines Erwachsenen vertrauten wir uns gern an. Später brauchten und wollten wir diese Hilfen nicht mehr. Der Psalmdichter Asaf erlebte Krisenzeiten, dachte aber nicht daran, sein Leben im Alleingang zu bewältigen. Er sehnte sich nach Geborgenheit, seine Hand suchte nach sicherem Halt.

Es lag in der Absicht Gottes, den Menschen mit zwei Händen und zehn Fingern auszustatten. Unter den Milliarden Menschen gibt es meine Fingerabdrücke nur ein einziges Mal. Und wie vielfältig ist die Sprache unserer Hände? Manchmal reichen wir an einem Tag vielen Menschen die Hand zum Gruß. Legt jemand den Finger auf den Mund, verstehen wir augenblicklich diese Geste. Der erhobene Zeigefinger ist längst zu einem Symbol geworden. Oft versuchen wir unserem Sprechen durch Handbewegungen Nachdruck zu verleihen.

Ich halte nicht viel davon, wenn mir jemand sagt, er drücke mir in schwieriger Lage die Daumen. Lieber falte ich die Hände, um vor dem lebendigen Gott still zu werden und mit ihm zu reden. Gott kennt den Weg durch die Weltgeschichte. Ihm ist auch unser persönliches Leben mit seinen Licht- und Schattenseiten nicht verborgen. Jeder Tag liegt ganz und gar in Gottes Hand. Mit Julie von Hausmann können wir deshalb jeden Tag beten: „So nimm denn meine Hände und führe mich bis an mein selig Ende und ewiglich!“

In liebevoller Verbundenheit

eure Veronika