„Tue deinen Mund auf für den Stummen und für die Sache der Verlassenen.“ Sprüche 31,8

Folgende Geschichte gefällt mir: Ein Pfau und eine Henne gehen aufs Standesamt um zu heiraten. Fragt der Standesbeamte den Pfau: „Wie können sie denn als Pfau eine Henne heiraten?“ Der Pfau antwortet: „Meine Frau und ich, wir lieben uns über alle Maßen.“

Wer sind wir? Der extrovertierte und selbstverliebte Pfau und die nützliche und arbeitsame Henne! Wo stehen wir in unserer Gemeinde, unseren Veranstaltungen, Programmen und Aktionen? Wo stehe ich als Christ?

Tauchen wir im Rampenlicht der Öffentlichkeit auf, mit gut platzierten Zeitungsartikeln oder in den Häusern der Vergessenen, der Einsamen, der stumm Gewordenen, der Schwachen, die ihre eigenen Interessen nicht mehr wahrnehmen können.

Christen sollen Gutes tun und in der Öffentlichkeit präsent sein. Doch dies alles, um mit ganzer Hingabe da zu sein für die Menschen auf der Schattenseite unserer Gesellschaft, für die Vergessenen. Sonst wäre es für die, denen man alle Würde genommen hat, alles nur Show. Ebenso verhält es sich mit unserem christlichen Glauben. Wenn der persönliche praktizierte Glaube für sich allein bleibt und nicht sichtbar wird in Wort und Tat, ist es wertloser toter Glaube. Und umgekehrt ebenso: Wenn einer mit größter Hingabe und Aufopferung gute Dinge tut, jedoch nicht in der Verbindung mit dem lebendigen Gott lebt, ist sein Tun ebenso wertlos vor Gott. Beides gehört zusammen. Die Beziehung zum lebendigen Gott im Hören und Beten sowie das Wirksamwerden für die Schwachen in der Gemeinde und Gesellschaft.

Als Jesus gefragt wurde, was denn nun das Wichtigste sei, um vor Gott gut da zustehen, antwortete er: „Und du sollst den Herrn, deinen Gott, von ganzem Herzen, von ganzer Seele, mit all deinen Gedanken und all deiner Kraft lieben. Das zweite ist ebenso wichtig: „Liebe deinen Nächsten wie dich selbst.“ (Markus 12,30-31).

Konkret bedeutet das auch: „Du aber tritt für die Leute ein, die sich selbst nicht verteidigen können! Schütze das Recht der Hilflosen!“ (Sprüche 31,8) Ich wünsche uns offene Augen, ein mitfühlendes Herz und viel Kreativität bei der Umsetzung.

in liebevoller Verbundenheit eure Veronika