Zuschlagen oder einstecken?

Es ist Nacht. Jetzt kann der Zugriff erfolgen. Ein Mann soll in Haft genommen werden. Am Tag ist die Gefahr zu groß, dass es zu Demonstrationen kommt. Aber er ist nicht allein. Ein paar Freunde sind bei ihm. Sie wollen die Festnahme nicht zulassen. Man muss doch etwas gegen diese Ungerechtigkeit tun! Die Freunde sind ganz aufgeregt. Es kommt zu einem Handgemenge. Jemand zieht ein Messer. Blut spritzt. Aber das alles kann die Verhaftung nicht verhindern.

Petrus meint im Garten Gethsemane, dass er etwas tun muss. Er kann die Situation nicht ertragen. Jesus ist klar, was sein Weg ist; dass er die Festnahme ertragen muss. Er sagt zu Petrus: „Steck dein Schwert ein! Soll ich etwa den bitteren Kelch nicht austrinken, den mir mein Vater gegeben hat?“ (Johannes 18,11)

Petrus lag falsch. Es wäre dran gewesen zu erdulden, einzustecken statt zuzuschlagen. Für ihn schien es klar, dass nur Handeln aus der Situation heraus hilft. Deshalb zeigt Jesus ihm, dass es gar nicht darum ging, aus der Situation heraus zu kommen. Jesus war darauf vorbereitet, durch die Situation hindurch zu gehen, weil er Gottes Plan kannte.

Bei mir ist es oft umgedreht: Ich will ertragen, wenn Handeln dran gewesen wäre. Wenn du auch nicht immer weißt, was dran ist, darfst du folgendes Gebet mit mir beten:

Herr Jesus,

Jesus will uns die nötige Weisheit zum Unterscheiden geben, wenn wir ihn darum bitten. (Jakobus 1,5) Dann können wir in der konkreten Situation richtig entscheiden. Das ist sicher besser als nachher zu sehen, was richtig gewesen wäre.

Michael Howitz