Jesus Christus spricht: „Es ist vollbracht!“ Johannes 19,30

Liebe Geschwister, liebe Freunde,

in diesem Jahr endet der Monat März mit dem Karfreitag und Karsamstag, also mit dem Gedenken an das Sterben Jesu und dem Tag der Stille, der Trauer - der Zwischenzeit. Dann zu Beginn des neuen Monats wird aus Trauer Freude, Auferstehungsfreude.

Aber die Passionszeit in diesen Wochen nimmt uns mit hinein in das Leiden Jesu und dessen Bedeutung für die Menschen damals, dann durch die Geschichte hindurch bis zu uns heute.

Die letzten Worte Jesu „Es ist vollbracht!“ zeigen uns, dass Jesus nicht gescheitert ist, wie viele es auch immer wieder behaupten, sondern dass mit der Hingabe seines Lebens sein Auftrag erfüllt war. Ganz schnell sagt es sich floskelhaft hin: Er ist für uns gestorben. Es sind uns gewohnte Worte. Aber ist es in unseren Herzen ein fortwährendes Geschehen oder die uns prägende Wirkung!

Es war und ist für uns Not-wendig. Durch das Durchleben und Durchleiden hat Jesus uns den Zugang zum Vater, dem heiligen, allmächtigen Gott möglich gemacht. Von uns aus hätten wir es niemals gekonnt. Die große Liebe und Barmherzigkeit Gottes, die ihn treibt, sich selbst in seinem Sohn dahin zugeben für mich - und auch für dich - bringt mich immer wieder zum Staunen.

Ein zweiter Gedanke bewegt mich. „Es ist vollbracht!“ - Wie sieht es mit unserem Lebensauftrag aus? Gut ist es, am Ende unsres Lebens bekennen zu können – „Es ist vollbracht!“ Können wir das überhaupt so klar und eindeutig von uns sagen? Manches haben wir versucht mit Gottes Hilfe zu tun bzw. zu leben. Es gibt Erfahrungen des Gelingens, des Versagens und Scheiterns. Manche quälenden Fragen warten auf Antwort, die wir vielleicht nie bekommen. Tröstlich dabei ist, dass Jesus vor dem Vater für uns eintritt. Manches Durchleben schwieriger Zeiten bekommt einen Sinn und einen Wert, wenn Gott uns im Rückblick zeigt, was er daraus gemacht hat, welches Wachsen und Reifen zu ihm hin das Vertrauen und Durchhalten bewirkt hat.

Gott schenke uns, dass das „Es ist vollbracht!“-Wort Jesu auch über unserem Leben.

eure Ursula Hornickel