„Gastfrei zu sein vergesst nicht; denn dadurch haben einige ohne ihr Wissen Engel beherbergt.“ Hebräer 13, 2

Gastfreundschaft ist eine nicht so stark verbreitete Tugend in Deutschland. Gegenüber früher ist man wohl auch nicht mehr ganz so stark davon abhängig. Früher hatten Reisende oftmals nicht so die Möglichkeit in Hotels oder Pensionen unterzukommen, wie es heute der Fall ist.

„Gastfrei”, übersetzt Luther und meint damit wohl, offen zu sein gegenüber Gästen und Fremden. Das Wort, das in der griechisch verfassten Bibel steht, ist „xenophilia”, also die Freundlichkeit und Liebe gegenüber dem Fremden – also dem gegenüber, der eigentlich nicht bei mir daheim ist. Wir übersetzen das heute meist mit Gastfreundschaft.

Gastfrei zu sein kann heute bedeuten, sein Haus nicht zu verschließen, sondern es für die Menschen offen zu halten, die unsere Hilfe brauchen. Gottes Wort fordert uns an verschiedenen Stellen zur Gastfreundschaft auf, wobei keine Unterschiede im Ansehen der Gäste gemacht werden soll.

Ich denke z. B. an Jesu Worte in Matthäus 25,35-40: „Denn ich war hungrig und ihr habt mir zu essen gegeben; ich war durstig und ihr habt mir zu trinken gegeben; ich war fremd und ihr habt mich aufgenommen”, und die Angesprochenen können sich nicht erinnern, ihn je zu Gast gehabt zu haben. Da antwortet Jesus ihnen: „Amen, ich sage euch: Was ihr für einen meiner geringsten Brüder getan habt, das habt ihr mir getan.” 
Gastfreundschaft hat es nicht leicht. Manchmal muss man sich einen Ruck geben. Offen zu sein, für die Fremden, wie auch für die nicht ganz so Fremden.

Wann habe ich bzw. habt ihr das letzte Mal, egal in welcher Art und Weise, Gastfreundschaft gegenüber Fremden walten lassen? Sei es z. B. im herkömmlichen Sinn als Übernachtungsgäste oder Versorgung mit einer Mahlzeit. Oder einfach nur durch gute Worte gegenüber Menschen, die uns fremd sind.

„Gastfrei zu sein vergesst nicht; denn dadurch haben einige ohne ihr Wissen Engel beherbergt.”

in liebevoller Verbundenheit eure Veronika